Nachhaltiger Tourismus

So geht’s! Mit Ihrer Wahl verantwortungsbewusst zu reisen, können Sie traumhafte Urlaube verbringen und gleichzeitig mit gutem Gewissen reisen, weil Ihr Geld die Umwelt bewahrt und den Menschen vor Ort zu Gute kommt.

Was ist verantwortungsbewusstes Reisen im Sinne von Nachhaltigem Tourismus?

Verantwortungsbewusst zu reisen heißt, seine Reise nach nachhaltigen Kriterien (Umwelt, Mensch, Kultur und Wirtschaft) auszurichten und bei der Auswahl des Reiseziels, der Unterkünfte und des Reiseveranstaltern zu prüfen, ob die Umwelt geschützt wird, lokale Kulturen respektiert werden und die Reise eine positive Entwicklung der lokalen Wirtschaft zur Folge hat. Die Insulaner sind sehr bemüht ihre Natur zu erhalten. Deshalb respektieren Sie bitte die Regeln auf den Wander- und Hinweisschildern.

Wer reist verantwortungsbewusst?

Jeder Reisende ist verantwortlich! Jede Reise beeinflusst die Umwelt, Menschen, Kulturen und die Wirtschaft. Sie können zurück zur Natur gehen oder im Luxus baden… im Regenwald wandern oder eine Stadt erkunden… in der Nähe von Ihrem Zuhause urlauben oder zu den exotischen Orten Ihrer Träume reisen. Verantwortungsbewusst reisen bietet viele Optionen und ist meist keine Frage des Geldbeutels. Allein Ihr Verhalten ist wichtig.

Fünf einfache Verhaltenstipps für Ihre Reiseplanung

Es ist wichtig, dass Sie vor und während Ihrer Reise sachkundige Informationen einholen und bewerten. Mit guter Planung können Sie Ihre Wunschreise realisieren und gleichzeitig einen echten Unterschied zu den Menschen und Orten gegenüber konventionellen Reisen erleben.

1. Suche im Web: Informieren Sie sich bei unterschiedlichen Quellen über verantwortungsbewusstes Reisen, Ökotourismus oder nachhaltigen Tourismus. Nur als aufgeklärter Verbraucher können Sie Reiseangebote vergleichen.

2. Lesen Sie mehr als nur Reiseführer: Versinken Sie nicht nur in kulturinfomativen Reiseführern, sondern informieren Sie sich auch über umweltrelevante, soziale und politische Fragen Ihres Reiseziels. Eine Literatur-Auswahl finden Sie hier.

3. Stellen Sie Kontakt her: Kontaktieren Sie nur ausgewählte Reiseveranstalter, die über Wissen aus erster Hand zu Ihrem Reiseort verfügen. Überprüfen Sie die Websites aller Unterkünfte. Buchen Sie möglichst bei kleinen Reisebüros und lokalen Reiseveranstaltern.

4. Stellen Sie Fragen: Lassen Sie Reiseveranstalter und Hotels wissen, dass Sie ein verantwortungsbewusster Verbraucher sind. Bevor Sie buchen vergessen Sie nicht, nach der Sozial- und Umweltpolitik des Unternehmens zu fragen. Zum Beispiel – Wieviel Prozent ihrer Mitarbeiter sind Einheimische? Welche Projekte zugunsten der lokalen Gemeinschaft unterstüten Sie? Wer ist Eigentümer Ihres Unternehmens?

5. Wählen Sie mit Bedacht: Nicht jede Auszeichnung und jedes Zertifikat hält was es verspricht. Lassen Sie sich nicht von „Green-Washing“ Angeboten täuschen. Sind die Umwelt-Labels oder Öko-Auszeichnungen von unabhängigen Organisationen vergeben? Ist das Angebot authentisch? Arbeitet der Veranstalter mit gemeinützigen Organisationen zusammen? Bedenken Sie auch: Kleine Reiseveranstalter und Unterkünfte können sich meist keine teuren Zertifikate leisten.

Das forum anders reisen hat in Deutschland das CSR-tourism-certifiedCorporate Social Responsibility Siegel und das Viabono Siegel für deutsche Tourismusunternehmen etabliert – Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. bewertet beide Siegel als empfehlenswert. In Italien wird auch das Legambiente Label an touristische Einrichtungen vergeben und wird ebenfalls als empfehlenswert eingestuft. Europaweit kann man auch dem grün-blauen Logo von GREEN KEY folgen. Die Blaue Schwalbe symbolisiert eher eine Art Selbstverpflichtung. Mehr Infos: http://www.label-online.de

Do’s and Don’ts beim Reisen

Durch die Erforschung alternativer Reiseentscheidungen, können Sie eine einzigartige Reise erleben und verhindern negative Auswirkungen auf Kultur, Wirtschaft und Umwelt.

1. Im Hotel: Informieren Sie sich über dessen Umweltpolitik. Sprechen Sie mit Mitarbeitern über deren Arbeitsbedingungen. Unterstützt das Hotel gemeinnützige Projekte?

2. Lernen Sie ein paar Worte der Landessprache und verwenden Sie diese. Sie zeigen nicht nur Respekt gegenüber den Einheimischen sondern werden oft freundlicher und zuvorkommender behandelt.

3. Kleidung: Informieren Sie sich über lokale Konventionen und angemessene Kleidung. In vielen Ländern ist bescheidene Kleidung wichtig.

4. Verhalten: Respektieren Sie die Privatsphäre
der Einheimischen. Fragen Sie um Erlaubnis bevor Sie heilige Orte, Häuser oder privaten Grund betreten.

5. Fotos: Seien Sie sensibel, wann und wo Sie Leute fotografieren. Immer zuerst fragen.

6. Umwelt: Achten Sie die natürliche Umwelt. Niemals wilde Tiere berühren oder belästigen. Reißen Sie keine Pflanzen aus. Bleiben Sie unbedingt auf den ausgewiesenen Wanderwegen. Unterstützen Sie die Erhaltung durch die Zahlung der Eintrittsgelder für Parks und Schutzgebiete.

7. Tierische Erzeugnisse: Kaufen Sie niemals Handwerkkunst oder Produkte aus geschützten oder gefährdeten Tieren.

8. Bezahlen Sie einen fairen Preis: Verhandeln Sie nicht aggressiv z.B. beim Kauf von Souvenirs. Wenn Sie mit einer Dienstleistung zufrieden waren, geben Sie ein angemessenes Trinkgeld. Belohnen Sie guten Service. Als Richtlinie sind  in Italien 5-10% üblich.

9. Kaufen Sie lokal: Wählen Sie Lodges, Hotels, Pensionen und Ferienhäuser in lokalem Besitz. Verwenden Sie lokale Busse, Autovermietungen und Fluggesellschaften. Essen Sie in lokalen Restaurants, auf lokalen Festen sowie Veranstaltungen. Kaufen Sie lokale Produkte – schauen Sie genau auf das Etikett, ob die Ware wirklich im Reisegebiet hergestellt wurde. Allzu oft wird Massenware Made in China als lokale Andenken verkauft.

10. Engagieren Sie lokale Guides: Bereichern Sie Ihre Erfahrung und Unterstützung Sie gleichzeitig die lokale Wirtschaft. Fragen Sie nach Führern, die zugelassen sind und vor Ort leben.

Flying Responsibly

Ihr Flug kann der am stärksten belastete Aspekt Ihrer Reise werden. Es wird geschätzt, dass der Flugverkehr für bis zu 10% der Treibhausgase weltweit verantwortlich ist. Entscheiden Sie sich für umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Züge, Busse und Passagierschiffe. Planen Sie Ihre Reise so, dass Sie Flugreisen minimieren und bleiben Sie lieber länger an einem Ort anstelle zu „hoppen“.

Sie können Ihren unvermeidbaren CO2 Fußabdruck durch einen Beitrag an ein glaubwürdiges Klimaschutzprogramm kompensieren. Überlegen Sie, wie Sie Ihre CO2 Bilanz ausgleichen: Spenden oder gar selbst Bäume pflanzen? Die Emission einer Person auf einem Direktflug von Frankfurt/Main nach Sizilien (Catania) oder Hamburg – Neapel entspricht der Klimawirkung von etwa 390 kg CO2, insgesamt auf Hin- und Rückflug etwa 780 kg CO2. (Quelle: atmosfair). Um fast eine Tonne CO2-Emission der Luft binnen 10 Jahren zu entziehen, müssen 77 qm zusätzlicher Wald angepflanzt werden (Quelle: prima klima weltweit). Dies entspricht einer Spende bzw. Zahlung für Kompensationsmaßnahmen zwischen ca. 20,00 € (Stand: April 2011).

Wir ermutigen Sie dazu sich an Projekten zu beteiligen und die Unternehmen zu unterstützen, die positive Auswirkungen auf das lokale Leben haben. Ermutigen Sie andere dazu, sich ebenfalls mit nachhaltigem Tourismus auseinander zu setzen und sich ebenfalls nachhaltig zu verhalten.

Diese Empfehlungen sind in Zusammenarbeit mit FINE Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung e.V. entstanden